Wenn der Hersteller einen Akku nicht mehr produziert

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Wenn der Hersteller einen Akku nicht mehr produziert

Das mittlerweile in die Jahre gekommene E-Bike, Elektrofahrrad oder Elektromotorrad macht richtig Spaß. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo selbst der gepflegteste Akku kaputt wird oder einfach keine Reichweite mehr bereitstellt. Wenn man nun nach einer ersten Recherche herausfindet, dass der Hersteller die Akkus gar nicht mehr produziert oder sogar insolvent und somit nicht mehr produzieren kann, tritt Ernüchterung in den Vordergrund. Wie können Sie nun weiter vorgehen? Das noch funktionierende Elektrofahrrad zum E-Schrott am Bauhof bringen und endgültig beerdigen?

Nein! Der defekte Akku kann auch repariert werden. Dadurch verhelfen Sie Ihrem Elektro-Zweirad zu einem neuen Leben und sparen dabei nicht nur Geld, sondern erfahren auch mehr technische Details zu ihrem Gefährt.

Zellendefekt, BMS oder „nur" das Stecksystem?

Die Fehlerursachen zu identifizieren ist der erste Schritt für die Revitalisierung Ihres kaputten Lithium-Ionen-Akkus. Ein Multimeter ist neben dem notwendigen Knowhow die Grundvoraussetzung um die Reparatur anzugehen.

Im ersten Schritt überprüfen wir bei Hellpower immer die Spannung zwischen Plus- und Minuspol. Wenn nun eine Spannung, innerhalb der Betriebsspannung des Akkus gemessen wird, sind entweder einzelne Zellen defekt oder das integrierte BMS ist defekt. Wird eine Spannung im mV Bereich (also keine Spannung) gemessen, kann man davon ausgehen, dass das komplette Akku-Paket defekt ist oder ein Kabel beziehungsweise interner Stecker kontaktlos ist. Zusätzlich zu diesem Messverfahren testen wir den Akku unter Last mittels sogenanntem Lampentest. Damit können wir sofort ein wahrscheinlich defektes BMS identifizieren.

Im nächsten Schritt muss der Akku von seiner Hülle, dem Gehäuse, befreit werden. Dadurch kann die Fehlerursache bestimmt und im Idealfall behoben werden. Wenn erst einmal das Zellen-Paket aus dem Gehäuse genommen wurde, muss es nur mehr von der Verpackung (in den meisten Fällen ein Schrumpfschlauch) entfernt werden. Wenn nun das rohe Zellen-Paket vor einem liegt, kann mit der Fehlerdiagnose begonnen werden.

Zuerst werden die einzelnen Zellenspannungen überprüft. Lithium-Ionen-Zellen (Bauform 18650) haben eine Nennspannung von 3,7V. Dabei darf die Spannung dieser Zellen bei richtig dimensionierten BMS nie über 4,2V steigen und unter 2,5V fallen. Werden Zellen außerhalb dieses Bereichs betrieben ist das nicht nur schlecht für die einzelnen Zellen, sondern kann auch gefährlich für die Anwender sein. Wenn man nun mittels Multimeter einzelne oder mehrere entladene Zellen (Spannung <2,5V) entdeckt hat man wahrscheinlich schon alle Missstände aufgedeckt. Weisen alle Zellen eine Spannung zwischen 4,2 und 2,5V auf, liegt der Fehler womöglich beim BMS.

Das BMS kann überprüft werden, indem die Spannung vor und nach dem BMS überprüft wird. Ist die Differenz der beiden Spannungen größer als circa 3V, ist das BMS sehr wahrscheinlich defekt und muss gewechselt werden.

Sind nun alle Zellen und das BMS in Ordnung kann der Fehler nur mehr bei der Verbindungselektronik liegen. Um Gewissheit zu erlangen sollten alle Lotstellen oder Klemmen überprüft und bei Bedarf nachgelötet werden.


Reparatur

Liegt der Fehler beim Akku-Paket also den Zellen oder dem BMS, ist es in den meisten Fällen anzuraten den kompletten Akku zu tauschen. Das hat den großen Vorteil eines neuen Systems mit der Möglichkeit mehr Reichweite im selben Gehäuse zu verbauen. Dazu schweißen sie sich Ihr Zellen-Paket samt Schutzelektronik selbst zusammen oder fragen einfach beim Akku-Designer persönlich an. Liegt der Fehler bei der Kabeleinheit müssen Sie die bereits identifizierte Fehlerursache „nur" neu verlöten oder austauschen.

Haben Sie noch immer ein Problem mit der Reparatur Ihres Akkus und möchten trotzdem selbst Hand anlegen, schreiben Sie uns oder der Community und wir helfen gerne.

 

Die Fachbegriffe eines Akku-Designers (Part 2)
Hilfe! Muss mein Akku gewechselt werden?
 

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