Die Mayr-Melnhof Gruppe ist mit rund 30.000 Hektar Waldfläche der größte private Waldbesitzer Österreichs. In schwer zugänglichen Lagen ohne Forststraßen, insbesondere bei der Bergung von Borkenkäfer-befallenem Holz oder Sturmholz, stieß man mit herkömmlichen Methoden an technische und sicherheitsbezogene Grenzen. Die Anforderungen an die Holzernte in Steilhängen führten dazu, dass die Gruppe eine eigene Technik-Sparte gründete: MM Forsttechnik. Seit über 20 Jahren entwickelt das Unternehmen Seilkrananlagen mit eigenem Laufwagensystem und Steuerung für den Einsatz im alpinen Gelände – eine Spezialisierung, die sich bis heute bewährt hat.
Der tägliche Einsatz dieser Technik ist geprägt von anspruchsvollen Bedingungen: steile Hänge, wechselnde Wetterverhältnisse, keine Straßenzugänge und ständige mechanische Belastung der Systeme. Besonders die Vibrationen, die beim Seilbetrieb entstehen, stellen eine hohe Belastung für die eingesetzte Technik dar. Insbesondere Laufwagen mit Akkusystemen waren anfällig, da die andauernde Bewegung am Seil dazu führen kann, dass sich Kabel lösen oder Bauteile beschädigt werden. Hinzu kam der Wunsch, die Akkus während des Betriebs über Rekuperation – also durch den Generator – zu laden, um das Nachladen im Gelände zu vermeiden. Allerdings verursachen die dafür notwendigen hohen Ladeströme thermische Probleme, insbesondere ab einem Stromfluss von etwa 100 Ampere. Auch die vorhandene Steuerung, die seit dem Jahr 2000 in Betrieb war, konnte diesen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Eine Umstellung auf moderne SPS-Technologie war erforderlich, konnte intern aber mangels Kapazität nicht realisiert werden.
In dieser Situation arbeitete MM Forsttechnik zunächst mit einem anderen Anbieter zusammen und versuchte, mit Standardakkus und einem selbst entwickelten BMS eine Lösung zu bauen. Diese Herangehensweise erwies sich allerdings als unzureichend, insbesondere in Bezug auf Vibrationsfestigkeit, Sicherheitsaspekte und Langlebigkeit. Bereits 2022 gab es einen ersten Kontakt zu Hellpower. Doch erst im Jahr 2024, nach erneuten technischen Schwierigkeiten, kam es zu einem intensiven Gespräch, in dem die besonderen Anforderungen offen analysiert wurden. MM Forsttechnik war zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach einem Entwicklungspartner, der die technischen Herausforderungen nicht nur versteht, sondern auch flexibel und schnell in Prototypen umsetzen kann. Hellpower überzeugte in diesem Gespräch mit tiefem technischem Verständnis, einer klaren Kommunikationsstruktur und der Fähigkeit, rasch auf individuelle Anforderungen zu reagieren.
Im Rahmen der Zusammenarbeit entwickelte Hellpower eine speziell auf den Einsatz in Seilkrananlagen abgestimmte Akkulösung. Im Mittelpunkt stand ein robustes Stahlgehäuse, das den Akku gegen Vibration schützt und mechanisch fixiert, sodass weder Kabel noch Bauteile durch Bewegung beschädigt werden können. Die Lagerung im Gehäuse wurde zusätzlich gedämpft ausgeführt, um auch bei kontinuierlicher Seilbewegung Stabilität zu gewährleisten. Ein eigens abgestimmtes Batteriemanagementsystem sorgt dafür, dass auch hohe Rekuperationsströme sicher verarbeitet werden können. Gleichzeitig wurde der Akku so ausgelegt, dass er mit der zukünftigen SPS-Steuerung des Laufwagens kompatibel ist. Die Steuerungsmöglichkeiten wurden direkt im Akku integriert. Das gesamte System wurde in enger Abstimmung mit MM Forsttechnik als Prototyp aufgebaut und unter realen Bedingungen im Forsteinsatz getestet.
Für MM Forsttechnik war diese Zusammenarbeit ein bedeutender Schritt nach vorn. Die Lösung erwies sich im ersten Testeinsatz als zuverlässig und robust. Weder traten Probleme mit Vibrationen noch mit thermischen Überlastungen auf. Das Sicherheitsgefühl bei der Arbeit im Hang stieg merklich. Besonders geschätzt wurde bei Hellpower der direkte Kontakt zu Technik und Vertrieb, die schnelle Reaktion auf Rückfragen sowie ein konstanter Ansprechpartner, der die Anforderungen verstand und das Projekt eng begleitete. Die neue Lösung ist nicht nur ein funktionierender Prototyp, sondern auch ein Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen. Gemeinsam wird aktuell daran gearbeitet, neue Akkutechnologien zu prüfen, die noch höhere Ladeströme verkraften und so eine Reduktion der Akkukapazität ermöglichen – mit dem Ziel, das Nachladen im Gelände in Zukunft komplett zu vermeiden.
Die Zusammenarbeit zwischen MM Forsttechnik und Hellpower war geprägt von gegenseitigem technischem Verständnis, klarer Kommunikation und der Bereitschaft, auch komplexe Aufgaben pragmatisch zu lösen. Sie zeigte, dass spezialisierte, praxisnahe Akkulösungen für extreme Einsätze möglich sind, wenn Entwickler und Anwender auf Augenhöhe kooperieren.