
Tiefkühllager · Intralogistik
Haubis (Österreich)
Ausgangslage
Haubis ist ein österreichischer Backwarenhersteller, der ein hochmodernes Tiefkühllager betreibt. Die schmalen Lagergänge werden mit Linde-Schlepperanlagen bedient, die für den innerbetrieblichen Materialfluss bei Temperaturen weit unter –20 °C zuständig sind.
Die Fahrzeuge sind ab Werk für Bleiakkus ausgelegt. Mit wachsenden Anforderungen an Schichtbetrieb und Lagerdurchsatz zeigte sich, dass die Bleitechnologie unter Tiefkühlbedingungen nicht zuverlässig genug lieferte.
Das Problem
Bleiakkus verlieren bei niedrigen Temperaturen erheblich an Kapazität und Leistung. In einem Tiefkühllager mit Temperaturen weit unter –20 °C bedeutete das: spürbar verkürzte Laufzeiten, häufige Ladeunterbrechungen mitten im Schichtbetrieb und steigender Wartungsaufwand durch beschleunigte Alterung der Blei-Zellen.
Jeder ungeplante Stillstand eines Schleppers belastete den Logistikprozess — im engen Tiefkühllager, wo Puffer- und Ausweichmöglichkeiten begrenzt sind, wirkt ein ausgefallenes Fahrzeug direkt auf den Materialfluss. Die Versorgungssicherheit des Lagers war zunehmend gefährdet.
Anforderungen
- ✓Tieftemperaturtauglichkeit: zuverlässige Funktion bei dauerhaften Temperaturen weit unter –20 °C
- ✓Passgenauer Einbau: Lithiumsystem muss in den vorhandenen Bauraum der Linde-Schlepper passen ohne Fahrzeugumbau
- ✓Leistung im Schichtbetrieb: ausreichende Kapazität und Entladeleistung für den Dauerbetrieb im Tiefkühllager
- ✓Weniger Wartungsaufwand: geringere Pflegeintervalle als bei Blei-Nass-Akkus
- ✓Erprobte Lösung: Pilotbetrieb unter realen Tiefkühlbedingungen vor Flottenumrüstung
Lösungsweg
Hellpower entwickelte ein Lithiumsystem mit 24 V und 138 Ah — abgestimmt auf die spezifischen Einbaumaße der Linde-Schlepper. Der vorhandene Bauraum der Fahrzeuge wurde vollständig genutzt, sodass kein Umbau der Fahrzeugstruktur nötig war.
Das Akkusystem wurde auf die elektrischen und thermischen Anforderungen im Tiefkühllager ausgelegt: Zellchemie, BMS-Parametrierung und Ladecharakteristik wurden so gewählt, dass das System auch bei dauerhaften Minustemperaturen stabil und sicher arbeitet.
Der Rollout begann mit einem Pilotbetrieb an sechs Fahrzeugen, um das System unter realen Tiefkühlbedingungen zu erproben und Betriebsdaten zu sammeln. Die Ergebnisse überzeugten: Die Erweiterung auf sechs weitere Fahrzeuge läuft bereits.
Ergebnis
Die Lithiumsysteme steigerten die Laufzeit der Linde-Schlepper um rund 30 %. Die Ladezyklen und Ladezeiten reduzierten sich um etwa 20 %. Die Fahrzeuge bleiben auch im Dauerbetrieb unter extremen Tiefkühlbedingungen voll einsatzfähig — Leistungseinbrüche wie bei den Bleiakkus treten nicht mehr auf.
Der Wartungsaufwand sank spürbar, und die Planung des Lagerbetriebs wurde stabiler: Stillstände durch Energiemangel gehören zur Ausnahme statt zur Regel. Der Pilotbetrieb mit sechs Fahrzeugen bestätigte die Projektion — die laufende Erweiterung auf die nächsten sechs Fahrzeuge zeigt das Vertrauen in die Lösung.
Technischer Hintergrund
→ Akkus bei Extremtemperaturen
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→ LiFePO4 vs. Li-NMC
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