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Akkutechnik Wissen · AGV & FTS

AGV & FTS: Welche Akkuanforderungen gelten wirklich?

Fahrerlose Transportsysteme stellen extreme Anforderungen an die Energieversorgung. Dieser Artikel erklärt, warum Standard-Akkus im AGV-Betrieb scheitern – und was einen echten AGV-Akku ausmacht.

Was unterscheidet AGV-Akkus von Standardlösungen?

Ein fahrerloses Transportsystem (FTS) oder autonomes mobiles Roboter-System (AMR/AGV) ist kein Elektrofahrrad. Es operiert im 24/7-Betrieb, transportiert Lasten bis 40 Tonnen, kommuniziert in Echtzeit mit der Fabriksteuerung und muss über Jahre hinweg wartungsarm laufen.

Hellpower Energy ist seit 2013 Partner von GKS, einem der führenden AGV-Hersteller Europas. Die AGV-Systeme transportieren Coils in Stahlwerken auf drei Kontinenten – mit Hellpower-Akkus.

Die 6 kritischen Anforderungen an AGV-Akkus

1

Zyklenfestigkeit im Mehrschichtbetrieb

Ein AGV im 24/7-Betrieb mit Opportunity-Charging absolviert je nach Lastprofil mehrere Teilzyklen täglich – das entspricht 500–1.500 Vollzyklen-Äquivalenten pro Jahr. Standardakkus halten hier 1–2 Jahre. Industrieakkus mit optimal selektierten LiFePO4-Zellen erreichen deutlich längere Laufzeiten.

2

Kommunikationsschnittstelle BMS ↔ Fahrzeugsteuerung

AGV- und AMR-Systeme benötigen Echtzeit-Daten vom BMS: State of Charge, State of Health, Zellenspannungen, Temperatur. Standard: CAN-Bus nach CANopen DS401 oder proprietäre Protokolle. Das BMS muss auf die Maschinensteuerung abgestimmt sein.

3

Schnellladen ohne Degradation

Opportunity-Charging (kurzes Nachladen an Ladestationen) erfordert Laderate 1C–2C. Nicht jede Zelle verträgt das dauerhaft. Zellauswahl und BMS-Lademanagement entscheiden über die Lebensdauer.

4

Bauraum und Gewichtsoptimierung

AGV-Chassis haben exakt definierte Batterieschächte. Maßgefertigte Akkupakete nutzen den verfügbaren Raum zu 90–95 %. Das erhöht die nutzbare Kapazität und damit die Reichweite pro Ladung.

5

Vibrations- und Stoßfestigkeit

Fahrerlose Transportsysteme fahren über Bodenunebenheiten, Rampen und Weichen. Der Akkupack muss Vibrationen nach IEC 60068-2-64 und Stöße nach IEC 60068-2-27 widerstehen – ohne Zellenverschiebung oder Kabelbruch.

6

CE-Konformität als Zulieferer

Der AGV-Hersteller (OEM) trägt die CE-Verantwortung für das Gesamtsystem. Ein maßgefertigter Akku mit eigener technischer Dokumentation und CE-Konformitätserklärung des Akkuherstellers entlastet den OEM erheblich.

Typische Probleme mit Standardlösungen

In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Fehler:

  • Consumer-Zellen (18650 für Laptops) im AGV → nach 18 Monaten massiver Kapazitätsverlust
  • BMS ohne CAN-Bus → AGV-Steuerung kennt den Ladestand nicht → ungeplante Stopps
  • Akkugehäuse nicht vibrationsfest → Zellkontakte brechen nach 3–6 Monaten
  • Keine passende CE-Dokumentation → OEM muss gesamte Risikobewertung selbst führen

Fazit: Ein AGV-Akku ist kein Commodity-Produkt. Die Anforderungen an Zyklen, Schnittstelle, Bauraum und Dokumentation erfordern einen Akkuhersteller, der AGV-Projekte von der Anforderungsaufnahme bis zur Serienfertigung begleitet.

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