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CAN-Bus Akku – wenn die Industriebatterie mit der Maschinensteuerung spricht

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Ein Standardakku liefert Energie – und schweigt. Für einfache Anwendungen reicht das. Für Sondermaschinen, AGV und Industrieanlagen mit SPS-Steuerung ist Stummheit jedoch ein Sicherheits- und Effizienzproblem: Die Steuerung weiß nicht, ob der Akku bei 80 % oder 8 % steht, ob eine Zelle warmläuft oder wann zuletzt geladen wurde. Ein CAN-Bus-Akkupack schließt diese Lücke – er meldet seinen Zustand direkt in die Maschinensteuerung, ohne Umsetzer dazwischen.

Was CAN-Bus im Akku leistet

CAN-Bus (Controller Area Network) ist ein robustes Feldbusprotokoll, das ursprünglich für die Fahrzeugelektronik entwickelt wurde und sich in der Industrieautomation – insbesondere in Sondermaschinen, AGV und mobilen Arbeitsmaschinen – als Standard etabliert hat.

Ein CAN-Bus-BMS (Batteriemanagementsystem) sendet zyklisch Datenpakete an den Maschinenbus: Ladezustand (SoC), Strom, Gesamtspannung, Einzelzellspannungen und Temperaturen. Die Maschinensteuerung empfängt diese Daten ohne Polling und kann darauf reagieren, bevor eine Schutzgrenze ausgelöst wird.

Das Ergebnis: Die Steuerung plant Ladevorgänge vorausschauend, drosselt die Leistung bei niedrigem SoC bevor der Akku abschaltet und kann Diagnosemeldungen im HMI anzeigen – ohne dass ein Techniker den Akku manuell auslesen muss.

CANopen oder CANdb – welches Protokoll passt

CANopen ist ein genormtes Applikationsprotokoll (CiA 301/DS 301) auf CAN-Basis und wird von den meisten Sondermaschinensteuerungen und Frequenzumrichtern direkt unterstützt. Die Gerätebeschreibungsdatei (EDS) ermöglicht eine plug-and-play-ähnliche Integration in gängige IEC-61131-Steuerungen.

CANdb (CAN Database) definiert Nachrichten und Signale in einer DBC-Datei – geeignet für Fahrzeuganwendungen und AGV-Systeme mit bestehender CAN-Matrix. Die Implementierung ist flexibler, erfordert aber eine individuelle Konfiguration.

Hellpower stimmt das CAN-Protokoll in der Anforderungsanalyse mit dem OEM ab. Üblicherweise wird die DBC- oder EDS-Datei geliefert, sodass der Integrator den Akku direkt in seine Steuerungsumgebung einbinden kann.

CAN-Bus vs. Profinet: Wann welche Schnittstelle

CAN-Bus und Profinet lösen dasselbe Problem – die Kommunikation zwischen Akku und Steuerung – auf unterschiedlichen Wegen. Die Wahl hängt von der bestehenden Infrastruktur ab.

CAN-Bus eignet sich für: Sondermaschinen mit bestehender CAN-Infrastruktur, AGV und mobile Plattformen, Anwendungen mit engem Kabelbudget (CAN benötigt nur zwei Leitungen), Steuerungen die kein Profinet unterstützen.

Profinet ist die richtige Wahl bei: Siemens-S7-Umgebungen (GSDML-Einbindung), Anlagen mit bestehender Profinet-Topologie, Echtzeit-Anforderungen unter 1 ms (Profinet IRT), Anwendungen bei denen der Akku als vollwertiger Feldbus-Teilnehmer geführt wird.

Für neue Projekte ohne vorhandene Feldbus-Infrastruktur empfehlen wir CANopen – der Aufwand für Integration und Diagnose ist deutlich geringer als bei Profinet.

Typische Anwendungsfälle für CAN-Bus Akkus

AGV und FTS: Fahrerlose Transportsysteme fahren mit 24 V bis 96 V Lithium-Akkus und benötigen den SoC für die Ladeplanung der Flotte. CAN-Bus ist hier die Standardschnittstelle – der AGV-Controller empfängt SoC und Strom und entscheidet, ob das Fahrzeug zur Ladestation fährt oder die Mission abschließt.

Sondermaschinen: Mobile Prüfeinheiten, Hubeinrichtungen und Montageanlagen mit eigener SPS kommunizieren über CAN-Bus mit dem Akku. Die Steuerung kann die Maschine bei kritischem SoC in einen sicheren Zustand versetzen, bevor der Akku abschaltet. Gerade bei Akkus für Mess- und Prüftechnik ist diese saubere Statusrückmeldung ans Gerät entscheidend.

Forsttechnik und Seilkrananlagen: Vibrationsfeste Akkus für Seilkrane melden Rekuperationsreserve und Temperatur via CAN – die Steuerung passt die Bremsenergie-Rückspeisung dynamisch an den freien Kapazitätsbereich an.

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Häufige Fragen

Welche CAN-Bus-Protokolle unterstützt ein Hellpower-BMS?
Standardmäßig CANopen (CiA 301) und CANdb mit individueller DBC-Datei. RS232 und SMBus sind auf Anfrage verfügbar. Das Protokoll wird in der Anforderungsanalyse gemeinsam mit dem OEM festgelegt.
Brauche ich ein Gateway zwischen CAN-Bus-Akku und meiner Siemens-S7?
Für Siemens-S7-Umgebungen empfehlen wir einen Profinet-Akku statt CAN-Bus – die S7 unterstützt Profinet nativ per GSDML-Datei. Ein CAN-Bus-Akku an einer S7 würde einen CAN-zu-Profinet-Gateway erfordern, der zusätzliche Latenz und Fehlerquellen einbringt.
Kann der Akku gleichzeitig über CAN-Bus kommunizieren und laden?
Ja – CAN-Bus-Kommunikation und Ladevorgang laufen parallel. Das BMS sendet während des Ladens kontinuierlich SoC, Ladestrom und Zelltemperaturen an die Steuerung. So kann die Steuerung den Ladevorgang aktiv überwachen und bei Bedarf eingreifen.
Ab welcher Stückzahl lohnt sich ein CAN-Bus-Akku?
Hellpower fertigt CAN-Bus-Akkupacks ab Stück 1. Die Protokollkonfiguration (EDS/DBC) wird einmalig erstellt und gilt für alle Einheiten der Serie. Bereits für Prototypen und Kleinstserien ist der Mehraufwand gegenüber einem stummen Standardakku in der Regel durch die verbesserte Diagnose und Ladeplanung gerechtfertigt.

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